News Ticker

Reporter in der Hauptstadt

31. März 2018 0

Mit dem Spandauer Volksblatt verbinde ich auf immer meine Chance, den Beruf zu erlernen und auszuüben, der zu mir passte, wie Topf auf Deckel. Hier lernte ich nicht nur die Grundprinzipien des Journalismus, insbesondere des Lokaljournalismus. Ich lernte auch die Wirkung einer Zeitung, eines Artikels kennen. Ich lernte, welches Ansehen eine Zeitung haben kann, wenn sie von Politik und Bevölkerung geachtet und respektiert wird. Ich lernte den Umgang mit Informanten, und ich machte meine Anfängerfehler. Manche davon brachten nur Ärger ein, andere kosteten den Verlag richtig Geld. Berlin-Spandau ist ein Stadtteil wie anderswo eine Großstadt. Rund 260.000 Einwohner, fast 92 Quadratkilometer groß, durchflossen von der Havel, in die in Spandau die Spree mündet. Siemens gehört zu Spandau und damit auch der gleichnamige Stadtteil Siemensstadt. Die BMW-Motorradwerke haben ihren Sitz in Spandau und damals auch noch das alliierte Kriegsverbrecher-Gefängnis mit dem einstigen Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß als einzigen Insassen. Der Rüstungsminister des Deutschen Nazi-Reiches Albert Speer und Baldur von Schirach, zuletzt Gauleiter und Reichsstatthalter in Wien, waren 1966 Weiterlesen

Leben mit dem Strich

31. März 2018 0

Die erste Unterkunft, die ich in Berlin (West) fand, lag mitten im Straßenstrich. Entlang der Potsdamer Straße standen die jungen knackigen Rinnsteinschwalben. An der Kurfürstenstraße, die erst kurz zuvor durch das Geständnis von Christiane F. („Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“) berüchtigt geworden war, war den Junkies vorbehalten. In der Pohlstraße wohnte nun ich. Sie verläuft parallel zur Kurfürstenstraße, zweigt von der Potsdamer Straße ab, und hier hielten sich die älteren Damen des horizontalen Gewerbes auf. Die, die mal auf der Potse begonnen, aber nun in die Jahre gekommen waren und den Absprung nicht gefunden hatten. Aber sie hatten ihre Prinzpien: „Mit einem Türken würd ich nie . . .“ sagte mir mal eine. Kurz nach meinem Einzug ins Haus der alten Frau Zahn koberten mich die Mädels noch an. Irgendwann merkten sie, dass ich da wohne. Von diesem Zeitpunkt an grüßten wir uns wie alte Bekannte, plauderten hin und wieder ein wenig. Nie sehr lang, denn das hielt natürlich potenzielle echte Kunden ab. Das Zimmer, Weiterlesen

Kindheit in der DDR

31. März 2018 0

Ich wurde am 6. Juni 1952 geboren. Erst sehr viele Jahre später erfuhr ich, welch ein historisches Datum das ist. Und seit ich das weiß, bin ich stolz, an diesem Tag auf die Welt gekommen zu sein. Acht Jahre vor meiner Geburt hatte am 6. Juni 1944 mit der Operation „Overlord“ die Invasion der Alliierten in der Normandie, und damit die endgültige Vernichtung eines perversen Deutschen Reiches begonnen, das sich 1000 Jahre an der Macht wähnte und doch nur zwölf Jahre brauchte, um Millionen Menschen der eigenen Bevölkerung zu ermorden und weitere Millionen Männer, Frauen und Kinder in Ländern, die die Hitlersoldaten überfallen und in denen sie nichts zu suchen hatten. Hunderttausnede von Soldaten gaben ihr Leben und ihre Gesundheit, damit dieser Hitlerbrut und seiner Gewaltherrschaft endlich ein Ende gesetzt wurde. Gleichzeitig war es auch der letzte gerechte und gerechtfertigte Krieg, den die USA führten. An diesem Tag also, wenn auch acht Jahre später, wurde ich in einem kleinen Dorf im sächsischen Vogtland geboren. Damals Weiterlesen

Jugendzeit in der BRD

31. März 2018 0

Ja, ich gebe es zu. BRD ist ein real existierender DDR-Begriff. Kein Bundesbürger käme auf die Idee, die Bundesrepublik als BRD zu bezeichnen. Aber für eine Überschrift ist „Bundesrepublik“ einfach zu lang. Und eine Alternative will mir nicht einfallen. Außer eben BRD. Aber Sie können mir ja Vorschläge zukommen lassen. Was aber nichts daran ändert, dass ich nun, fast schon als BRD-Bürger, hier erst mal die Volksschule besuchen musste. Ja, so hieß das damals noch. Und diejenigen, die in Baden-Württemberg nicht nach bestandener Aufnahmeprüfung – auch das gab es damals noch – eine der weiterführenden Bildungsanstalten wie Realschule oder Gymnasium besuchten, bekamen dennoch eine Lehrstelle. Viele meiner Klassenkameraden entschieden sich für diesen Weg und wurde erfolgreiche und respektable Handwerker oder übernahmen den väterlichen Landwirtschaftsbetrieb, zu dem in der Gegend, wo ich aufwuchs, meist auch Weinberge gehörten. Ich wuchs mitten hinein in die 68er-Bewegung. Ein wenig der Proteste, die sich zunächst vorwiegend in Berlin, später aber auch in anderen Universitätsstädten der Bundesrepublik entluden, griffen auf das heile Weiterlesen

Ein Dutzend ist genug / Neues Buch von Jess Jochimsen

31. März 2018 0

Anfang August 2017 hat Jess Jochimsen seinen Roman erstmals der Öffentlichkeit auf einer Lesung in Freiburg präsentiert. Wolfgang Tischer vom literaturcafe.de war dabei und hat vor der sogenannten »Buchtaufe« mit Jess Jochimsen über den Roman »Abschlussball«, die Hauptfigur Marten und Entstehung des Buches gesprochen.Die ausführliche Kritik zu »Abschlussball« können Sie im literaturcafe.de nachlesen.

Ein Brandbrief von Nina George

31. März 2018 0

Nina George gehört zu den kämpferischen deutschen Autorinnen. Ungerechtigkeit regt sie auf. Und wenn sie sich über den Tisch gezogen fühlt, geht sie an die Decke. Wie jetzt bei einem geplanten Deal von Lufthansa und Audible. Die planen, die Hörbücher von zig Autoren in den Lusthansa … Verzeihung … Lufthansa-Flügen ihren Passagieren anzubieten. Gegen ein Entgelt für die Autoren, demgegenüber ein Butterbrot eine Luxus-Entlohnung wäre. Hier soll mal wieder das Urheberrecht mit Füßen getreten werden, erhebt Nina George Stimme und mahnenden Finger und geht gleichzeitig wie ein Kranich in die Luft und auf Konfrontationskurs zu den großen der Branche. Lesen Sie hier ihren Brandbrief: https://www.buchmarkt.de/menschen/nina-george-mein-brief-an-die-branche-und-an-lufthansa-und-amazon-audible/ Nina George (43), ist Schriftstellerin, Präsidiumsmitglied des PEN-Zentrums Deutschland, VS-Bundesvorstandsmitglied, Gründerin der Initiative Fairer Buchmarkt und VG Wort Verwaltungsrätin.

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