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Klappe – Text die Zweite

30. März 2021 0

Ich gebe es zu und gestehe. Ich habe mich in verschiedene Facebook-Foren geschlichen, die sich mit dem Thema Autoren und Schreiben befassen. Und ja – ich tat es, um mich zu geißeln an den Texten und hanebüchenen Geschwurbel, das dort in grenzenloser Selbstüberschätzung und in Unkenntnis und Verleugnung der eigenen Ahnungslosigkeit als ultimative Wahrheit breit getreten wird. Wer nun sagt, ich sei masochistisch veranlagt, der hat zumindest was dieses Thema anbetrifft, leider Recht. Bereits an anderer Stelle schrieb ich, dass der Klappentext die Königsdisziplin für einen Autor darstellt, der das Schreibhandwerk ernst nimmt und als Autor ebenfalls ernst genommen werden möchte. Anspruchsvoll ist er, er erfordert Disziplin und Verzicht. Der Klappentext dampft den Inhalt eines Buches ein auf die Essenz. Alles Überflüssige ist … nunja … eben überflüssig. Das wiederum verlangt vom Autor einerseits Disziplin, denn er darf nicht davor zurückschrecken, dem Klappentext auch liebgewordenes zu opfern. Es braucht auch einen unbestechlichen Blick auf das Substantielle eines Textes. Wenn das natürlich fehlt – sowohl der Weiterlesen

Überwältigend – Lumberjack-Bigband und die „Airlettes“ im Oberhofenpark in Göppingen Alexander Eissele: „Irgendwie ist Glenn Miller wie eine Beethoven-Symphonie. Alles irgendwie sauleicht, aber man muss sehr diszipliniert spielen.“

15. März 2021 0

Göppingen. „Man weiß vorher, dass es gut wird.“ Annette Heyd brachte es auf den Punkt, bevor der erste Takt gespielt war. Musik und gute Laune – dafür ist die Lumberjack Swingband mit Bandleader Alexander Eissele eigentlich immer ein Garant. Und was sich am Sonntagabend im Oberhofenpark dann zwei Stunden lang abspielte, war trotz aller Corona bedingten Einschränkungen ein musikalisches Feuerwerk. Für Göppingen war es eine doppelte Premiere. Zum ersten Mal war der Oberhofenpark als musikalische Open-Air-Kulisse gewählt worden. Übrigens eine Wahl, die einem Sechser im Lotto gleich kommt und die Frage aufwirft: Warum kam keiner schon früher auf die Idee? Und die erstmalige Zusammenarbeit der Staufer Festspiele mit der Lumberjack Swingband. Denn: „Die Kultur muss in den Zeiten der Krise zusammenstehen“, sagte Alexander Warmbrunn, Intendant der Staufer Festspiele, zu Konzertbeginn. Der Oberhofenpark wirke mit seinen hochgewachsenen Platanen wie der „grüne Dom“, beschwor Warmbrunn. Und verwies darauf: „Mitsingen verboten!“ Die rund 440 Besucher, grüppchenweise auf Klappstühlen positioniert, hielten den Mund. Oft schweren Herzens, denn die Musik Weiterlesen

Konzert des Schweigens

7. März 2021 0

Gschwend. Ein Konzert des Schweigens. Nicht der Stille. Das aus Italien stammende Duo Rita Marcotulli und Luciano Biondini kam aus, ohne zu sprechen. Während ihres Livestream-Auftritts am Samstagabend im Bilderhaus in Gschwend sprachen sie kein Wort. Was ungewöhnlich ist. Denn die Musiker stellen gewöhnlich einander vor. Sagen etwas zur Musik und den einzelnen Stücken. Kündigen sie an, nennen die Titel, den Komponisten. Manchmal etwas zum Hintergrund und zur Entstehungsgeschichte. Aber nicht dieses Mal. Und so hatte der Auftritt des italienischen Musikerpaares durchaus etwas von Pantomime an sich, als sie am Ende des rund 90 Minuten währenden Konzertes ohne ein Wort zu sagen, aufeinander zeigten, um sich gegenseitig dem für sie nicht sichtbaren Publikum zu präsentieren. Das war für die Musiker ebenso invisibile wie die Straße, nach der das Motto des Konzerts benannt worden war: „La Strada invisible“. Dabei spielte der Name des Kultfilms von Frederico Fellini von 1954 nicht zufällig eine Rolle. In Deutschland kam der Film unter dem Titel „La Strada – das Lied Weiterlesen

Schreibblockade IV: Was tun, wenn’s klemmt?

6. März 2021 0

Jetzt, im vierten Teil zur Schreibblockade, gehen wir ans Eingemachte. Sie wissen, dass ich die zeitlich begrenzte Unfähigkeit, kein Wort zu Papier bringen zu können, nicht als Schreibblockade durchgehen lasse. Ich weiß, dass Ihnen das gleichgültig ist und Sie an Ihrer ureigenen Definition von Schreibblockade festhalten. Von mir aus. Was aber können Sie tun gegen das augenblickliche Unvermögen, Ihr Buch voranzutreiben, einen Artikel zu schreiben, einen Satz zu formulieren, den Blog fertig zu stellen? Genau darum soll es nun gehen. Die Angst vor dem weißen Blatt Papier ist ungefähr so alt wie es weiße Papierblätter gibt. Und natürlich ist es nicht die Angst vor der Farbe. Auch nicht die Furcht vor dem Papier. Sondern die Befürchtung des Autors, er könne das Blatt nicht mit einem vernünftigen, lesbaren und verständlichen Inhalt in eine Grauzone verwandeln. Und jetzt mal ehrlich. Wer Angst hat oder Hemmungen oder sonst ein negatives Gefühl, wenn ein unbeschriebenes Blatt Papier ihn von der Schreibmaschine aus anstarrt, der soll sich bitte ein anderes Weiterlesen