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Katastrophentouristen mit der Lizenz zu nerven

26. Oktober 2021 0

Es ist offenbar Mode, im Literaturbetrieb zunehmend Journalisten als Protagonisten einzusetzen. Beate Maxian lässt ihre Chefredakteurin Sarah Pauli nun schon zum elften Mal kriminalisieren. Zugegeben, ich kenne jetzt nur „Die Tote im Kaffeehaus“, die vorausgegangenen zehn Fälle dieser als Wien-Krimi titulierten Reihe ist mir unbekannt. Aber wie das eben so ist, wenn eine Reihe zu lang gerät, schleift sich manches ab. Zwar ist „Die Tote im Kaffeehaus“ ein solider und auch ordentlich geschriebener Krimi, aber … … der Plot ist zu durchsichtig, Spannung will nicht wirklich aufkommen. Zu früh lässt sich erahnen, wer der Täter ist, auch wenn die Autorin sich krampfhaft müht, falsche Spuren zu legen und den Leser in die Irre zu führen. Davon abgesehen ist der Handlungsort beliebig und austauschbar. Vielleicht hat die Autorin in den vorausgegangenen Bänden ihr Wien gezeichnet, es lebendig werden lassen, die Atmosphäre beschrieben; es gelingt ihr – zumindest in diesem Buch – nicht, das Flair des modernen Wien in seinen alten und traditionellen Kaffeehausmauern wie einen Film Weiterlesen