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Marita Funk ist neue Bürgermeisterin von Lorch

Bürgermeisterwahl in Lorch 2020

Lorch. Nur wenige hatten im Vorfeld mit einem derart eindeutigen Ergebnis gerechnet: Fast 61 Prozent der Lorcher Wähler machten bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag ihr Kreuz hinter dem Namen der in Bartenbach lebenden Marita Funk. Selbst die 28-jährige Hauptamtsleiterin aus Wäschenbeuren hatte diesen Erfolg nicht erwartet, mit dem sie ihre fünf Mitbewerber weit hinter sich ließ.
„Überwältigt“ sei sie, sagte sie nach der Verkündung des vorläufigen amtlichen Wahlergebnis durch den Lorcher Noch-Bürgermeister Karl Bühler, der dieses Amt 24 Jahre inne hatte. Nun verabschiedet sich der 66-Jährige in den Ruhestand.
„Ich hätte nicht damit gerechnet, dass im ersten Wahlgang eine Mehrheit zustande kommt“, sagte eine Marita Funk, von der sichtlich die Spannung abgefallen war. Dabei musste ihre Favoritenrolle allen Zweiflern spätestens nach Auszählung des ersten Wahlkreises Kirneck deutlich geworden sein. Hier erreichte sie 75 Prozent.
Marita Funk hatte vom ersten möglichen Termin im Oktober an Wahlkampf gemacht. Ihre Mitbewerber Björn

Bürgermeisterwahl in Lorch 2020

Schmidt aus Saalach (13,5 Prozent), Andreas Schneider aus Schorndorf (11,8 Prozent), Ute Meinke aus Schwäbisch Gmünd (11,5 Prozent), Thomas Hornauer aus Plüderhausen (2 Prozent) und Albert Seitzer aus Schwäbisch Gmünd (0,1 Prozent) hatten deutlich später ihre Hüte in den Ring geworfen.
Mit einer Wahlbeteiligung von 56,3 Prozent konnte diese Bürgermeisterwahl auch hohe Zahl an Wählern zum Gang an die Wahlurnen motivieren: „Alles, was über 50 Prozent sind, ist für Lorch mehr als normal“, sagte Lorchs Noch-Bürgermeister Karl Bühler. Für ihn kam mit dem Wahlergebnis „der Wählerwille klar zum Ausdruck“. Er übergibt sein Amt am 4. Mai. Nun sind die knapp 61 Prozent für Marita Funk zwar ein beeindruckendes Ergebnis. Allerdings seien damit die 87 Prozent, mit denen Karl Bühler bei seiner ersten Wahl 1996 sich gegen fünf Mitbewerber durchsetzte, noch nicht getoppt.
„Authentisch“ sei Marita Funk von den Wählern wahrgenommen worden, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Lorcher Gemeinderat, Manfred Schramm. Und schon nach den beiden Veranstaltungen in Waldhausen und Lorch Ende Januar, während der sich die sechs Kandidaten vorstellten und Fragen der Besucher beantworteten, schälte sich die Favoritenrolle von Marita Funk heraus. Allerdings gab es damals wenige, die prophezeiten, sie schaffe es, gleich im ersten Wahlgang gewählt zu werden. Am allerwenigsten sie selbst.

Bürgermeisterwahl in Lorch 2020

Nicht alle konnten sich mit Marita Funk freuen. Mitbewerber Albert Seitzer sagte nach der Wahl, das Ergebnis sei ein eindeutiges Votum, den bisherigen Kurs weiter zu steuern: „Das heißt, die Pro-Kopf-Verschuldung wird weiter steigen und bald bei 2300 Euro liegen.“ Gleichzeitig bot der einstige Lehrer an: „Wenn sie etwas braucht, die neue Bürgermeisterin, darf sie sich gern an mich wenden.“
Zur Verkündung des Wahlergebnisses war auch Karl Vesenmaier, Bürgermeister von Wäschenbeuren und Noch-Chef von Marita Funk, ins Lorcher Rathaus gekommen. Er hatte seine Hauptamtsleiterin die ganze Zeit unterstützt, und sieht ihre Wahl naturgemäß mit einem lachenden und einem weinendem Auge. Einerseits freut er sich über ihren Erfolg, andererseits verliere er mit ihr eine erfahrene Mitarbeiterin.
Allerdings, so sagte Marita Funk lächelnd, werde sie an der Stellenausschreibung für ihre Nachfolgerin noch unterstützend mitwirken.

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