News Ticker

Aug‘ in Aug‘ mit wilden Tieren

28. März 2022 0

Hätte ich David Yarrows Buch „Wie ich Fotos mache“ vor 50 Jahren in die Finger bekommen, hätte ich manches versäumt. Meine fotografische „Experimentierphase“ zum Beispiel. Mein „versuchen und irren“. Also alles das, was man als fotografischer Anfänger an Fehlern begeht, um damit seinen Erfahrungsschatz aufzutürmen. 

Katastrophentouristen mit der Lizenz zu nerven

26. Oktober 2021 0

Es ist offenbar Mode, im Literaturbetrieb zunehmend Journalisten als Protagonisten einzusetzen. Beate Maxian lässt ihre Chefredakteurin Sarah Pauli nun schon zum elften Mal kriminalisieren. Zugegeben, ich kenne jetzt nur „Die Tote im Kaffeehaus“, die vorausgegangenen zehn Fälle dieser als Wien-Krimi titulierten Reihe ist mir unbekannt. Aber wie das eben so ist, wenn eine Reihe zu lang gerät, schleift sich manches ab. Zwar ist „Die Tote im Kaffeehaus“ ein solider und auch ordentlich geschriebener Krimi, aber … … der Plot ist zu durchsichtig, Spannung will nicht wirklich aufkommen. Zu früh lässt sich erahnen, wer der Täter ist, auch wenn die Autorin sich krampfhaft müht, falsche Spuren zu legen und den Leser in die Irre zu führen. Davon abgesehen ist der Handlungsort beliebig und austauschbar. Vielleicht hat die Autorin in den vorausgegangenen Bänden ihr Wien gezeichnet, es lebendig werden lassen, die Atmosphäre beschrieben; es gelingt ihr – zumindest in diesem Buch – nicht, das Flair des modernen Wien in seinen alten und traditionellen Kaffeehausmauern wie einen Film Weiterlesen

Das Korrektorat …

3. Juli 2021 0

… ist fast noch wichtiger als das Lektorat eines Textes. Fehlerbehaftete Manuskripte fallen sofort auf. Sie zeigen demjenigen im Verlag, der sie als erster in die Finger bekommt, dass der Autor entweder mangelnde Kenntnisse in Orthographie, Grammatik und/oder Zeichensetzung hat oder – und das ist noch schlimmer – es nicht für nötig gehalten hat, sein Werk nochmals auf diese Kriterien zu prüfen, bevor er es einem Verlag anvertraute. Wirft erst mal kein gutes Licht auf die Arbeitsweise jenes Autors. Die Einstellung: „Ich bin Autor, und wofür werden Korrektoren schließlich bezahlt!“ ist die falscheste aller falschen Einstellungen, sofern jemand tatsächlich mit seinem kreativen und vor Ideen glänzenden Manuskript Eindruck bei dem Erstleser in einem Verlags provozieren möchte. Andererseits wird man mit der Zeit betriebsblind. Auch wer sich mit Grammatik & Co. gut auskennt, übersieht Fehler, liest, was dastehen soll, nicht, was tatsächlich dasteht. Ein Autor – das kann durchaus aber auch eine Autorin sein – mag sein Manuskript noch so oft durchlesen; am Ende ist er Weiterlesen

Waldlive: Frei und spontan

26. Mai 2021 0

Göppingen. Nur etwa 39 Gäste loggten sich am Mittwochabend in den inzwischen traditionellen Livestream der Göppinger Jazz-IG ein. Man darf aber ohne Übertreibung feststellen: Diejenigen, die sich nicht in den Livestream auf Youtube einschalteten, haben etwas verpasst. Mit dem Trio „Flo & Fauna“ um den 26-jährigen Augsburger Florian Hartz kam ein ganz neuer Wind in „Lambert‘s Music Hall“, wo die Aufzeichnungen stattfinden. Gleichzeitig war es aber auch für die Jazz-IG Göppingen ein Aufbruch in eine gesicherte Zukunft. Vor wenigen Wochen wurde der 58 Mitglieder zählende Verein für sein Engagement als einer von 37 Vereinen Baden-Württembergs in das Zukunfts- und Rettungsprogramm „Neustart Kultur“ aufgenommen und erhält von der Gemeinschaft der Kulturstiftungen der Länder finanzielle Unterstützung. Jetzt kam die finanzielle Zusage, mit der der Verein seine technische Ausstattung zur Produktion digitaler Inhalte erwerben kann.  Für das bundesweite Förderprogramm hatten sich insgesamt 677 Projekte beworben. Unterstützt werden Kultureinrichtungen bei der Entwicklung digitaler Angebote und der Anschaffung der dafür notwendigen Technik. Die Jazz-IG wurde damit für ihr Engagement belohnt, wöchentlich Weiterlesen

Vlady rockt den Schuppen

19. April 2021 0

Göppingen. Ein Abend unter Sonnenschirmen, zwischen Gartenmöbeln, Sonnensegeln und Paletten: Draußen regnet es, auf der Bühne spielen vier Vollblutmusiker im Livestream auf Youtube. Schlagzeuger Reiner Oliva, Bassist Helmut Siegle, Pianist Harald Schwer und Sängern Vlady Vitaly kamen auf Einladung der Göppinger Jazz-IG in die scherzhaft „Lamber‘s Music Hall“ genannte Halle des auf die Herstellung und den Vertrieb von Marktschirmen und Verkaufslösungen spezialisierten Paul Lambert. Als Mäzen und Liebhaber von Jazz unterstützt er nicht nur die Jazz-IG, auch die über die Grenzen des Kreises hinaus bekannte „Lumberjack-Bigband“ unter Alexander Eissele hat dort einen Stammplatz. Dabei ist die phonetische Ähnlichkeit zwischen „Lumberjack“ und dem Namen des Firmeninhabers Paul Lambert rein zufällig. Zum in der Coronazeit inzwischen regelmäßigen Livestream der Jazz-IG waren am Mittwoch „Reiner Oliva & Friends“ eingeladen. Neben „Gastgeber“ Reiner Oliva am Schlagzeug stand Helmut Siegle am Kontrabass, Harald Schwer saß am Piano und Sängerin Vlady Vitaly war die Herrscherin über das Mikrophon. Man kann durchaus sagen, dass die 31-jährige Frau aus St. Petersburg den „Schuppen rockte“. Weiterlesen

Klappe – Text die Zweite

30. März 2021 0

Ich gebe es zu und gestehe. Ich habe mich in verschiedene Facebook-Foren geschlichen, die sich mit dem Thema Autoren und Schreiben befassen. Und ja – ich tat es, um mich zu geißeln an den Texten und hanebüchenen Geschwurbel, das dort in grenzenloser Selbstüberschätzung und in Unkenntnis und Verleugnung der eigenen Ahnungslosigkeit als ultimative Wahrheit breit getreten wird. Wer nun sagt, ich sei masochistisch veranlagt, der hat zumindest was dieses Thema anbetrifft, leider Recht. Bereits an anderer Stelle schrieb ich, dass der Klappentext die Königsdisziplin für einen Autor darstellt, der das Schreibhandwerk ernst nimmt und als Autor ebenfalls ernst genommen werden möchte. Anspruchsvoll ist er, er erfordert Disziplin und Verzicht. Der Klappentext dampft den Inhalt eines Buches ein auf die Essenz. Alles Überflüssige ist … nunja … eben überflüssig. Das wiederum verlangt vom Autor einerseits Disziplin, denn er darf nicht davor zurückschrecken, dem Klappentext auch liebgewordenes zu opfern. Es braucht auch einen unbestechlichen Blick auf das Substantielle eines Textes. Wenn das natürlich fehlt – sowohl der Weiterlesen

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