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Eberhofer und das Kaiserschmarrn-Drama

31. März 2018 0

Naja, der Franz, also quasi der Eberhofer Franz, hat seinen Absturz am Ende des achten Bandes der Eberhofer Saga mehr oder weniger glimpflich überstanden. Ganz anders der Birkenberger Rudi. Während der erstens im Krankenhaus liegt und zweitens in der Reha schmollt, ist der Eberhofer Franz schon wieder ganz schön beschäftigt. Denn Niederkaltenkirchen hat sich zu sowas wie dem Sündenpfuhl Oberbayerns entwickelt. Da ist das arme Waisenmädel, das die Eltern bei einem Unfall und den Bruder an dessen Ehefrau verloren hat.  Will heißen, die beiden Waisenkinder hatten nur noch einander bis der Bruder eben heiratete und eine Familie gründete und die Schwester eifersüchtig wurde auf die Schwägerin. Also zieht die Schwester aus und ausgerechnet in die Dachwohnung beim Simmerl. Und dann . . . ja . . . und dann wird das arme Dinge, das sich seinen Lebensunterhalt mit Internet-Strip verdiente, brutal gemeuchelt. Und an wem bleibt’s mal wieder hängen? Richtig. Am Eberhofer Franz. Aber eigentlich ist ja alles wie immer. Der Eberhofer Franz hat mal Weiterlesen

Dan Brown – The Origin. Oder wie es klingt, wenn man den Hund zum Jagen trägt.

31. März 2018 0

Zuerst ein Geständnis: Nein, ich habe „The Origin“, das fünfte Buch um den Symbolisten Robert Langdon, nicht gelesen. Und – Ja, ich rezensiere es dennoch. Schließlich habe ich es gehört. Immer dann, wenn ich mit dem Hund spazieren ging. Und immer häufiger dachte ich dabei: So also klingt es, wenn man einen Hund zum Jagen tragen muss. Der Plot ist schlicht und weniger verworren als zum Beispiel bei „Illumunati“ oder dem „Sakrileg“ (Da Vinci Code). Die Geschichte ist platt, durchschaubar und der hinter allem und jedem steckende Superschurke war zumindest mir schon nach den ersten zwanzig Hörminuten klar. Beim „Sakrileg“ hat es deutlich länger gedauert, und an die „Illuminati“ kann ich mich gar nicht mehr so genau erinnern. Worum geh’s im „Origin“? Edmund Kirsch, ein einstiger Student Langdons, inzwischen Milliardär und Super Duper Wissenschaftlicher auf dem Gebiet der Forschung „Künstlicher Intelligenz“ lädt Langdon – und viele andere – nach Bilbao ein. Im dortigen Guggenheim-Museum will er seine Forschungsergebnisse präsentieren, die die soziale und religiöse Weltordnung Weiterlesen

Was wäre wenn . . . Hitler den Krieg gewonnen hätte

31. März 2018 0

Mit „Vaterland“ kam Robert Harris 1992 in Deutschland gar nicht gut an. Er wagte sich an ein Thema, das in Deutschland tabu war, ist. Das Thema „was wäre wenn . . .“ was wäre mit Europa, mit der Welt geschehen, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte? Bei Harris ist genau das passiert und Europa, England inklusive, das europäische Russland, Frankreich und Deutschlands Satellitenstaaten wie Italien, Spanien und Portugal sind faschistisch.

Vorhersehbar. Platt. Phantasielos.

31. März 2018 0

Blutroter Sonntag – da könnte es um einen knalligen Sonnenaufgang gehen. Oder einen romantischen Sonnenuntergang. Aber weit gefehlt. Es handelt sich um einen Krimi mit Mord und Totschlag. Also meint blutrot genau das, was es meinen soll: Blut und rot eben. Und der „Blutrote Sonntag“ stellt das Ende einer Wochenserie dar, die mit „Blauer Montag“ beginnt, als „Eisiger Dienstag“ fortgesetzt wird, über den „Schwarzen Mittwoch“ zum „Dunklen Donnerstag“ führt, den wiederum der „Mörderische Freitag“ ablöst, um Platz zu schaffen für den „Bösen Samstag“. Und ganz ehrlich – ich bin froh, dass die Woche nicht noch mehr Tage hat. Auch wenn ich Montag bis Samstag nicht gelesen habe, so reicht der Sonntag, mir die gesamte Woche zu vergällen. Abgesehen von Plot, der derart wirr ist, dass man als Leser eigentlich nur den Kopf schütteln möchte. Am liebsten den des Autoren. Und ja – den der Übersetzerin gleich mit. Unter den Wohnzimmerdielen von Frieda Klein, ihres Zeichens Psychoanalytikerin, findet sich eine Leiche. Hä? Und wie bitte, kam Weiterlesen

Ein Museum, das die Atmosphäre seiner Zeit bewahrt

30. März 2018 0

„Es ist ein Museum, in dem die Atmosphäre einer Zeit aufbewahrt wird“, denkt der Dramatiker Otto Lambeck beim Besuch von Ewests Weinstube in der Behrenstraße. Es ist gleichzeitig die beste Charakterisierung, die man für Gabriele Tergits Debütwerk „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ finden kann. Tergits Roman erschien 1931 und spielt zwei Jahre vorher. Lassen wir mal „Käsebier“, den Volkssänger in der Hasenheide, außer acht. So wäre Tergits Roman heute einerseits eine Gesellschaftssatire – wenn Käsebiers Schicksal nicht so traurig wäre – und andererseits ein politischer Roman, den ich persönlich gleichsetzen möchte mit Ingmar Bergmanns Film „Das Schlangenei“. Hier wie dort wird ein Deutschland gezeichnet, dessen Ordnung am Zerbrechen ist und das durch Abschottung und Passivität die von der Weimarer Republik geborene demokratische Idee in Frage stellt. Tergit beschreibt das Aufkommen des Nationalsozialismus mit all seiner Brutalität und Unmenschlichkeit und macht im selben Moment klar, dass Hitler und seine NSDAP noch immer nicht ernst genommen wurden. Wie sonst erklärt es sich, dass einer ihrer Protagonisten in beständiger Regelmäßigkeit Weiterlesen

Rund gelutscht und flach geschrieben.

30. März 2018 0

Die Erben von Stieg Larsson und die, die sich dazu berufen fühlten, gaben sich viel Mühe, einen würdigen Autoren zu finden, der die Trilogie um die Hackerin Lisbeth Salander zum Vierteiler auswalzt. Dass dabei ausgerechnet die Entscheidung auf David Lagercrantz fiel, war keine gute. Zumindest nicht für das Buch. Lisbeth Salander trägt in diesem Buch den Kain und Abel Kampf mit ihrer Zwillingsschwester aus – verdammt, wie hieß doch gleich? – und das über eine Unzahl von Seiten. Zugegeben, die lesen sich schnell leicht, flüssig. Aber sie entbehren jeglicher Emotionen. Sie sind glatt, wenig eckig. Sie haben mit dem ursprünglichen, manchmal etwas schwergängigen und deshalb so charmanten Stil von Stieg Larsson soviel zu tun wie ein rund geschliffener Findling aus Skandinavien mit einem Stück eckigen, kantigen Granit aus der  . .. nun sagen wir mal von der Schwäbischen Alb. Oder dem Schweizer Jura. Wobei letztere Stieg Larsson symbolisieren. Im Spiegel wurde es bei Erscheinen des Buchs treffend dargestellt, als Maren Keller und Sebastian Hammelehle sich Weiterlesen

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