News Ticker

Als Franco deutsche Juden auslieferte Brigitte Lamberts: El Gustario de Mallorca und das tödliche Gemälde

11. September 2020 0

Im Grunde genommen eine gute, wenn auch nicht gerade neue Idee. Ein auf Mallorca angesiedelter Regional-Krimi mit einer Art kulinarischer Rundreise und Restaurant-Empfehlungen auf der von Deutschen adoptierten Insel. Für mich inzwischen sowas wie das Costa Rica Alemaniens. Und wer sich auch nur rudimentär mal mit der Insel beschäftigt hat weiß, dass sie nicht nur aus Ballermann besteht, sondern wunderbare Ecken besitzt, die zu erkunden sich allemal lohnt. Ebenso wie es ein Genuss ist, die Insel kulinarisch zu erforschen. Hier hat Brigitte Lamberts eingehakt. Mit ihrem Gastro-Kritiker Sven Ruge schuf die Autorin einen Charakter, der schon zum dritten Mal statt für seinen deutschen Auftraggeber zu kritisieren lieber auf der Insel kriminalisiert. Dieses Mal ist es die spanische Geschichte unter General Franco und deren Umgang mit deutschen Juden, die sich nach Spanien und im Buch insbesondere nach Mallorca geflüchtet hatten, in der Hoffnung dem Holocaust zu entgehen. Nach dem mit Hitlers Unterstützung gewonnenen Bürgerkrieg wies Spanien viele deutsche Juden aus. Denjenigen, denen es nicht gelang zu Weiterlesen

Duden-Redaktion: „Wir haben dieses Mal umfassender gestrichen“

20. August 2020 0

Interview mit Dr. Kathrin Kunkel-Razum Leiterin der Dudenredaktion Warum erscheint jetzt ein neuer Duden? Kunkel-Razum: Eine Neuauflage des Rechtschreibdudens erscheint alle drei bis fünf Jahre. Ausschlaggebend für diesen Termin war die dynamische Wortschatzentwicklung in den letzten Jahren. Sie betrifft vor allem die Bereiche Verkehr/Mobilität, Technik, Umwelt, Politik/Verwaltung, die Gleichstellung der Geschlechter und nicht zuletzt natürlich auch die Corona-Pandemie. Hinzu kommt, dass die DIN 5008, das ist die Norm, die das Verfassen von (Geschäfts)briefen, Mails u. Ä. regelt, Anfang 2020 in einer neuen Fassung erschienen ist. Wir bilden die damit einhergehenden Änderungen im Abschnitt ‚Die formale Gestaltung von Texten“ ab. Und nicht zuletzt wollten wir auf die zahllosen Anfragen an die Dudenredaktion reagieren, die das Thema geschlechtergerechter Sprachgebrauch berühren. Hier geben wir nun auf drei Seiten einen Überblick über die Möglichkeiten, die das Deutsche für das Gendern bereithält. Welche neuen Wörter haben es in den Duden geschafft? Kunkel-Razum: Diesmal haben wir rund 3000 Stichwörter neu aufgenommen. Damit hat sich die Gesamtzahl der Einträge im Wörterbuch auf 148 Weiterlesen

Mit dem „Hackenporsche“ auf den Schrottplatz veralteter Sprache

16. August 2020 0

Der neue Duden in seiner 28. Auflage, erschienen am 12. August 2020, verzeichnet 3000 neue Wörter und streicht 300 alte. Unter den alten sind mit „Fernsprechapparat“ oder „Niethose“ welche, die zum  Standardwortschatz von Generationen gehörten. Wobei „Niet- oder Nietenhose“ insbesondere von der DDR-Jugend als das Synonym für Jeans aus dem Westen benutzt wurde. Aber der Fernsprechapparat, mit dem ein stationärer Festnetzanschluss zu Hause oder auch als Telefonzelle, gemeint ist, hat dank Mobiltelefon ebenso ausgedient wie  das „Lehrmädchen“ oder der „Bäckerjunge“. Was einem durchaus „Gänsehautmomente“ bescheren kann. Was das ist, kann im neuen Duden nachgelesen werden, wo es als neues Wort aufgenommen wurde. Ebenso wie „Durchimpfungsrate“, „Lockdown“ oder „Erklärvideo“. Letzteres braucht es nicht, um klarzustellen, dass der Rechtschreib-Duden ausschließlich ausgerichtet ist auf korrekte Schreibweise. Leider. Denn die Schönheit der Sprache findet darin keinen Niederschlag. Sonst hätten die Duden-Leute möglicherweise den „Hackenporsche“ beibehalten, mit dem der Einkaufstrolley (auch als Kartoffelmercedes bekannt) bezeichnet wurde, den insbesondere ältere Menschen hinter sich herzogen. Inzwischen hat er als Koffer auf Rollen Weiterlesen

Nick Hunt: Mit dem Wind – mitreisend und unterhaltsam

18. Juni 2020 0

Nick Hunt war sechs, als der Sturm auf Ynys Enlli seinen Mantel blähte und ihn ein Stück weit in die Luft hob. So beginnt Hunt sein Buch „Mit dem Wind“, und so begann für Hunt die Suche nach den Winden. Es war nicht die wissenschaftliche Suche eines Meteorologen. Oder die von jemanden, der sie für sich nutzbar machen wollte. Als Segelflieger etwa oder Windsurfer oder Drachenflieger. Vielmehr war es das Interesse des Forschers. Und wie Roald Amundsen und Robert Scott zu Fuß und nur mit Schlittenhunden den Wettkampf ausfochten, wer als erster den Südpol erreicht oder Henry Morton Stanley den afrikanischen Regenwald auf der Suche nach David Livingstone durchquerte, machte sich auch Nick Hunt zu Fuß mit Rucksack und Zelt auf den Weg, um in den Pennines im Norden Englands, den „Helm“ zu finden; den einzigen Wind, der in England einen Namen hat. In Mittel- und Südeuropa weht der kalte Mistral in Frankreich, der warme Föhn in den Alpen und die Bora auf dem Balkan, Weiterlesen

Jane Birkin: Munkey Diaries Band 1 – Ihr Tagebuch von 1957 bis 1982

5. März 2020 0

„Das Wichtigste am Set sind die Techniker, ihr Schutz, ihre Freundschaft.“ Das lernt Jane Birkin bei den Dreharbeiten zu ihrem dritten Film „La Piscine“, den sie 1968/69 mit Alain Delon und Romy Schneider machte. Da war sie bereits mit der Liebe ihres Lebens zusammen. Serge Gainsbourg hatte sie bei den Dreharbeiten zu dem Film „Slogan“ kennengelernt, in dem sie die weibliche Hauptrolle spielte. 1969 erschien auch das Lied, das Birkin und Gainsbourg weltweit berühmt machen sollte: „Je t’aime moi non plus“, der gestöhnte Orgasmus aus Vinyl. Für die Eltern der damaligen Zeit ein Skandal, für die Jugend jener Dekade ein Befreiungslied. Überall in der westlichen Welt protestierten die Studenten, in Amerika verbrannten junge Menschen während ihrer Proteste gegen den Vietnamkrieg die US-Flagge und wurden dafür von der Nationalgarde erschossen; in London war das, was man die „Roaring sixties“ nannte, auf einem Höhepunkt. Und mitten drin eine Jane Birkin, grade mal Anfang 20, aber bereits geschieden und Mutter einer zweijährigen Tochter. Vater dieses Kindes war John Weiterlesen

Marita Funk ist neue Bürgermeisterin von Lorch

17. Februar 2020 0

Lorch. Nur wenige hatten im Vorfeld mit einem derart eindeutigen Ergebnis gerechnet: Fast 61 Prozent der Lorcher Wähler machten bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag ihr Kreuz hinter dem Namen der in Bartenbach lebenden Marita Funk. Selbst die 28-jährige Hauptamtsleiterin aus Wäschenbeuren hatte diesen Erfolg nicht erwartet, mit dem sie ihre fünf Mitbewerber weit hinter sich ließ.„Überwältigt“ sei sie, sagte sie nach der Verkündung des vorläufigen amtlichen Wahlergebnis durch den Lorcher Noch-Bürgermeister Karl Bühler, der dieses Amt 24 Jahre inne hatte. Nun verabschiedet sich der 66-Jährige in den Ruhestand.„Ich hätte nicht damit gerechnet, dass im ersten Wahlgang eine Mehrheit zustande kommt“, sagte eine Marita Funk, von der sichtlich die Spannung abgefallen war. Dabei musste ihre Favoritenrolle allen Zweiflern spätestens nach Auszählung des ersten Wahlkreises Kirneck deutlich geworden sein. Hier erreichte sie 75 Prozent.Marita Funk hatte vom ersten möglichen Termin im Oktober an Wahlkampf gemacht. Ihre Mitbewerber Björn Schmidt aus Saalach (13,5 Prozent), Andreas Schneider aus Schorndorf (11,8 Prozent), Ute Meinke aus Schwäbisch Gmünd (11,5 Prozent), Thomas Weiterlesen

1 2
X
X