News Ticker

Druckkostenzuschussverlage vs. echte Verlage Für die Veröffentlichung eines Buches zahlen oder bezahlt werden?

13. September 2020 0

Die mit der Überschrift gestellte Frage lässt sich mit einem konsequenten „Jein“ ebenso beantworten wie mit einem zögerlichen „Nein“ oder einem vorsichtigen „Ja“. Es kommt immer drauf an, aus welchen Blickwinkel man einen Druckkostenzuschussverlagen betrachtet, mit welcher Grundeinstellung man einem solchen Dienstleister gegenüber steht. Oder, wie man für sich einen „echten Verlag“ definiert. Denn im Gegensatz zu „echten Verlagen“ sind Druckkostenzuschussverlage (DKZV)  Dienstleister, da sie eine Bezahlung fordern für bestimmte Leistungen und Dienste, um die Bücher ihrer Kunden herzustellen. Ich verwende bewusst den Begriff, herzustellen im Sinn von produzieren, denn im Gegensatz zu einem „echten Verlag“, der die Bücher seiner Autoren auf den Markt und in die Buchläden bringt, muss die Dienstleistung des „auf den Markt bringens“ bei einem DKZV nicht im Vertrag eingeschlossen sein. Aber klären wir erst Mal die Unterschiede zwischen einem DKZV und einem „echten Verlag“. Echte Verlage sind für mich Verlage, die betriebswirtschaftlich auf eigenes Risiko arbeiten. Bei denen der Autor also kein Geld bezahlt, damit sein Manuskript lektoriert, Korrektur gelesen, Weiterlesen

Duden-Redaktion: „Wir haben dieses Mal umfassender gestrichen“

20. August 2020 0

Interview mit Dr. Kathrin Kunkel-Razum Leiterin der Dudenredaktion Warum erscheint jetzt ein neuer Duden? Kunkel-Razum: Eine Neuauflage des Rechtschreibdudens erscheint alle drei bis fünf Jahre. Ausschlaggebend für diesen Termin war die dynamische Wortschatzentwicklung in den letzten Jahren. Sie betrifft vor allem die Bereiche Verkehr/Mobilität, Technik, Umwelt, Politik/Verwaltung, die Gleichstellung der Geschlechter und nicht zuletzt natürlich auch die Corona-Pandemie. Hinzu kommt, dass die DIN 5008, das ist die Norm, die das Verfassen von (Geschäfts)briefen, Mails u. Ä. regelt, Anfang 2020 in einer neuen Fassung erschienen ist. Wir bilden die damit einhergehenden Änderungen im Abschnitt ‚Die formale Gestaltung von Texten“ ab. Und nicht zuletzt wollten wir auf die zahllosen Anfragen an die Dudenredaktion reagieren, die das Thema geschlechtergerechter Sprachgebrauch berühren. Hier geben wir nun auf drei Seiten einen Überblick über die Möglichkeiten, die das Deutsche für das Gendern bereithält. Welche neuen Wörter haben es in den Duden geschafft? Kunkel-Razum: Diesmal haben wir rund 3000 Stichwörter neu aufgenommen. Damit hat sich die Gesamtzahl der Einträge im Wörterbuch auf 148 Weiterlesen

Mit dem „Hackenporsche“ auf den Schrottplatz veralteter Sprache

16. August 2020 0

Der neue Duden in seiner 28. Auflage, erschienen am 12. August 2020, verzeichnet 3000 neue Wörter und streicht 300 alte. Unter den alten sind mit „Fernsprechapparat“ oder „Niethose“ welche, die zum  Standardwortschatz von Generationen gehörten. Wobei „Niet- oder Nietenhose“ insbesondere von der DDR-Jugend als das Synonym für Jeans aus dem Westen benutzt wurde. Aber der Fernsprechapparat, mit dem ein stationärer Festnetzanschluss zu Hause oder auch als Telefonzelle, gemeint ist, hat dank Mobiltelefon ebenso ausgedient wie  das „Lehrmädchen“ oder der „Bäckerjunge“. Was einem durchaus „Gänsehautmomente“ bescheren kann. Was das ist, kann im neuen Duden nachgelesen werden, wo es als neues Wort aufgenommen wurde. Ebenso wie „Durchimpfungsrate“, „Lockdown“ oder „Erklärvideo“. Letzteres braucht es nicht, um klarzustellen, dass der Rechtschreib-Duden ausschließlich ausgerichtet ist auf korrekte Schreibweise. Leider. Denn die Schönheit der Sprache findet darin keinen Niederschlag. Sonst hätten die Duden-Leute möglicherweise den „Hackenporsche“ beibehalten, mit dem der Einkaufstrolley (auch als Kartoffelmercedes bekannt) bezeichnet wurde, den insbesondere ältere Menschen hinter sich herzogen. Inzwischen hat er als Koffer auf Rollen Weiterlesen

Der Leser als Fliege an der Wand

1. August 2020 0

Wie schreiben erfolgreiche Autoren? Vor allem, warum sind sie erfolgreich? Was unterscheidet sie beziehungsweise ihre Art, Geschichten zu schreiben von weniger erfolgreiche – oder gar erfolglosen Autoren? Der norwegische Schriftsteller Jo Nesbø sagte im Interview mit der dpa: „Ich setze den Leser ins Zimmer, wie eine Fliege an der Wand. Aber eben an der Wand und nicht im Gehirn von jemandem.“ Das ganze Interview können Sie hier lesen: https://www.kurier.de/inhalt.jo-nesb-im-interview-krimiautor-und-musiker-in-einem.a7120bf6-78f9-41b5-a2aa-bb251d16636a.html

Kartellamt: Kein Verstoß bei Portoerhöhungen im Buchversand

6. März 2020 0

Börsenverein des Buchhandels fordert jetzt eine Gesetzliche Regelung Die erheblichen Preiserhöhungen beim Versand von Büchern stuft das Bundeskartellamt als nicht kartellrechtswidrig ein. Nach eingehenden Ermittlungen wird die deutsche Kartellbehörde die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels im Juni 2019 gegen die Deutsche Post AG eingelegte Beschwerde nicht weiter verfolgen. Das Bundeskartellamt fand keine ausreichendenden Anhaltspunkte dafür, dass die Preissteigerungen missbräuchlich im Sinne des Kartellrechts seien oder kleine und mittlere Buchhandlungen und Verlage in den Konditionen ohne sachlichen Grund gegenüber anderen Unternehmen diskriminiert werden. Der Börsenverein konzentriert sich nun auf seine Bemühungen, im Rahmen der derzeit laufenden Novellierung des Postgesetzes günstige Versandkonditionen für das Kulturgut Buch gesetzlich zu verankern. „Wir würdigen das Engagement des Bundeskartellamts, das sich intensiv mit der von uns eingelegten Beschwerde beschäftigt hat, gleichwohl bedauern wir das erreichte Ergebnis. Kleine und mittlere Buchhandlungen und Verlage werden durch die beträchtlichen Konditionenveränderungen – Preiserhöhungen von bis zu 60 Prozent und die Verringerung der Höchstmaße der Büchersendung – in ihrer Wettbewerbsfähigkeit gegenüber großen Versendern stark beeinträchtigt. Wir Weiterlesen

Die wenigsten Verleger denken journalistisch

10. Februar 2020 0

An den Erzeugnissen seines Verlagshauses kommt man immer vorbei. Im Zeitungskiosk, im Supermarkt und im Internet. An die 600 gedruckte wie digitale Titel gibt das Burda-Verlagshaus heraus. Frauenzeitschriften, Männerzeitschriften, Familienzeitschriften, Nachrichtenmagazine: „Focus“, „Playboy, „Bunte“, „TV-Magazin“ – egal, was man in die Hand nimmt, die Chance ist groß, das dahinter Burda steckt. Über das Portfolio seines Verlags mag man denken, was und wie man möchte, immer war der Chef des Familienunternehmens Hubert Burda auch Vordenker. Der Sohn des Verlegerehepaares Franz und Aenne Burda wird 80 und formuliert noch immer provokante Thesen: „Die größten Fehler in Verlagen passieren, wenn Verleger keine Ahnung von Technik und Journalisten keine Ahnung vom Verlag haben.“ Da ist was dran. Die wenigsten Verleger denken journalistisch, die wenigsten Journalisten wirtschaftlich. Den Erfolg seines Unternehmens und seiner Produkte erklärte Burda mal so: „Wenn einen Menschen auf der Straße sehe, überlege ich, was möchte der lesen.“ Und so kreierte er Modezeitschriften, Gartenzeitschriften, Zeitschriften für den Zeitgeist, Mode, Inneneinrichtung, die Küche, Kochen, das Haus, das Haustier Weiterlesen

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