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Aug‘ in Aug‘ mit wilden Tieren

28. März 2022 0

Hätte ich David Yarrows Buch „Wie ich Fotos mache“ vor 50 Jahren in die Finger bekommen, hätte ich manches versäumt. Meine fotografische „Experimentierphase“ zum Beispiel. Mein „versuchen und irren“. Also alles das, was man als fotografischer Anfänger an Fehlern begeht, um damit seinen Erfahrungsschatz aufzutürmen. 

Katastrophentouristen mit der Lizenz zu nerven

26. Oktober 2021 0

Es ist offenbar Mode, im Literaturbetrieb zunehmend Journalisten als Protagonisten einzusetzen. Beate Maxian lässt ihre Chefredakteurin Sarah Pauli nun schon zum elften Mal kriminalisieren. Zugegeben, ich kenne jetzt nur „Die Tote im Kaffeehaus“, die vorausgegangenen zehn Fälle dieser als Wien-Krimi titulierten Reihe ist mir unbekannt. Aber wie das eben so ist, wenn eine Reihe zu lang gerät, schleift sich manches ab. Zwar ist „Die Tote im Kaffeehaus“ ein solider und auch ordentlich geschriebener Krimi, aber … … der Plot ist zu durchsichtig, Spannung will nicht wirklich aufkommen. Zu früh lässt sich erahnen, wer der Täter ist, auch wenn die Autorin sich krampfhaft müht, falsche Spuren zu legen und den Leser in die Irre zu führen. Davon abgesehen ist der Handlungsort beliebig und austauschbar. Vielleicht hat die Autorin in den vorausgegangenen Bänden ihr Wien gezeichnet, es lebendig werden lassen, die Atmosphäre beschrieben; es gelingt ihr – zumindest in diesem Buch – nicht, das Flair des modernen Wien in seinen alten und traditionellen Kaffeehausmauern wie einen Film Weiterlesen

Jede Kuh ist intelligenter als dieses Buch

21. November 2020 0

Es ist eines jener Bücher, für die mir die Bäume leid tun, die des Papiers wegen, auf das es gedruckt wurde, gefällt werden mussten. Wenn es neben Tschernobyl und Fukushima etwas gab, was man der Welt hätte ersparen müssen, dann dieses Buch: Steffen Jacobsen – „Sühne“. Ist es schon vom Plot her gequirlte Kacke, wird es durch die eindimensionalen schwarz-weiß Figuren, die durch einen bräsigen Sprachbrei gezogen werden, nicht besser. Viele Stellen lesen sich, als seien sie per copy & paste aus einer Datenbank für Serienromane wahllos und ohne Zusammenhang aneinander gepinnt. Es ist ein Buch, das mich maßlos geärgert hat. Dabei ist die Grundidee noch nicht mal schlecht. Ein Pharmakonzern entwickelt ein Medikament gegen eine Tropenkrankheit und stellt während der Erprobung in Äthiopien fest, dass es eine unerwartete Nebenwirkung hat: Es heilt in Windeseile auch Diabetes. Dann aber die Entwicklung des Plots. Mir kam es vor, als habe ein 14-Jähriger seine traumatischen Pubertätserlebnisse verarbeiten wollen. Der Konzern, der auch fettes Geld mit Insulin verdient, Weiterlesen

Amy Sackville: Reise nach Orkney

20. Oktober 2020 0

Beide trennen 40 Jahre, aber sie eint die Liebe zur Literatur. Aber weshalb sie, die namenlos bleibende Protagonistin, die Lieblingsstudentin des Literaturprofessors Richard – der die 60 längst überschritten hat – ihn nun heiratet, bleibt unklar. Klar wird aber, dass seine Liebe zu ihr einer Besessenheit gleich kommt, während die Zuneigung von ihr zu ihm … nunja … Zuneigung ist. Oder vielleicht auch die Faszination seines literarischen Intellekts. Oder die Liebe zu einem Vater, der eines Tages verschwand und sie zurück ließ. Die Hochzeitsreise des Paares geht nah ans Ende der Welt. Auf eine Orkney-Insel nordöstlich von Schottland. Dort, wo die Nordsee und der Nordatlantik sich vereinen, wo die Sonne das ganze Jahr über kaum die Wolken durchdringt, wo die Winde das Meer beleben und wo Seegeister, Kobolde und Nixen leben. Und eben einer solchen Nixe immer ähnlicher wird die junge Ehefrau, der Schwimmhäute zwischen Fingern und Zehen wachsen, die aber nicht schwimmen kann und dennoch über Stunden am Strand steht, sich dem Wind und Weiterlesen

Otto Schumann (Hrsg.): Grundlagen und Technik der Schreibkunst (gebraucht)

4. September 2020 0

Otto Schumann (Hrsg.): Grundlagen und Technik der Schreibkunst, Handbuch für Schriftsteller, Redakteure und angehende Autoren. Erschienen 2010 in der Nikol Verlagsgesellschaft mbH Hamburg, Hardcover, 700 Seiten, Gewicht 950 Gramm. Inhalt: Das Buch bietet eine Reise durch die verschiedenen Genres des Autorenschaffens. Ob nun Kurzgeschichte, Drehbuch, Lyrik, Theaterstück oder Rundfunkbeitrag – über allem steht ein Satz: „Schreiben heißt arbeiten!“ Ein Ratschlag für angehende Autoren lautet daher: „Verbannen Sie – man kann das nicht oft genug wiederholen – sämtliche Sprach-Stempel aus Ihrem Gedächtnis: strahlende Blauaugen, eherne Mienen, vornehme Kreise, abgetragene, aber saubere Kleider, flammende Empörung, zur Durchführung gelangende Beschlüsse, Bindfäden regnende Wolken, engelsreine Gesichtszüge und tausend ähnliche, sich verdächtig schnell anbietende und anbiedernde Papierblumen gehören ins Feuer.“ Mein Tipp: Nehmen Sie diesen Ratschlag sehr ernst. Vergessen Sie sprachliche Plattheiten und Plattitüden, werden Sie selbst sprachlich kreativ. Lernen Sie die Worte zu vermeiden, die die Sprache erstens verhunzen und zweitens falsch benutzt werden. Alltagssprache ist zwar in Ordnung, wenn man sich im Freundeskreis unterhält, nicht aber, wenn man als Weiterlesen

Ben Vart: Wie schmeckt der Himmel. Das Buch.

3. September 2020 0

„Der Bürgermeister des Örtchens Gliendorf an der Grenze zu Berlin hat wenig Freunde und einen Feind. Als der Kommunalpolitiker tot in seinem Büro gefunden wird, ragt ein Brieföffner aus seinem Nacken. Ein ganzes Dorf steht über Nacht unter Generalverdacht. In die Ermittlungen gerät auch der im Ort ansässige Lokalreporter, der sich im Wettlauf mit der Zeit und der Polizei zusätzlich mit zwei weiteren Gegnern auseinander setzen muss: Seinem Chef, der ihn schikaniert und bewusst auf falsche Spuren ansetzt, und seiner zunehmend zerrütteten Ehe.“ Taschenbuch, 320 Seiten, ISBN: 9783947110421 Natürlich können Sie direkt beim Autor bestellen. Wenn gewünscht sogar mit individueller Widmung. Teilen Sie uns Ihren Wunsch während der Bestellung mit. Dann aber zuzüglich der Versandkosten. Die sind gewichtsabhängig und werden während des Bestellprozesses berechnet und angezeigt.