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Mit dem „Hackenporsche“ auf den Schrottplatz veralteter Sprache

Abschied vom „Hackenporsche“. Foto: Mabel Amber/pixabay

Der neue Duden in seiner 28. Auflage, erschienen am 12. August 2020, verzeichnet 3000 neue Wörter und streicht 300 alte. Unter den alten sind mit „Fernsprechapparat“ oder „Niethose“ welche, die zum  Standardwortschatz von Generationen gehörten. Wobei „Niet- oder Nietenhose“ insbesondere von der DDR-Jugend als das Synonym für Jeans aus dem Westen benutzt wurde.

Aber der Fernsprechapparat, mit dem ein stationärer Festnetzanschluss zu Hause oder auch als Telefonzelle, gemeint ist, hat dank Mobiltelefon ebenso ausgedient wie  das „Lehrmädchen“ oder der „Bäckerjunge“. Was einem durchaus „Gänsehautmomente“ bescheren kann. Was das ist, kann im neuen Duden nachgelesen werden, wo es als neues Wort aufgenommen wurde. Ebenso wie „Durchimpfungsrate“, „Lockdown“ oder „Erklärvideo“. Letzteres braucht es nicht, um klarzustellen, dass der Rechtschreib-Duden ausschließlich ausgerichtet ist auf korrekte Schreibweise. Leider. Denn die Schönheit der Sprache findet darin keinen Niederschlag.

Sonst hätten die Duden-Leute möglicherweise den „Hackenporsche“ beibehalten, mit dem der Einkaufstrolley (auch als Kartoffelmercedes bekannt) bezeichnet wurde, den insbesondere ältere Menschen hinter sich herzogen. Inzwischen hat er als Koffer auf Rollen eine ganze neue Klientel erschlossen.

Lesen Sie alles über den neuen Duden in der Süddeutschen Zeitung.

Zum Interview mit Dr. Kathrin Kunkel-Razum, Leiterin der Dudenredaktion

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